Aufruf zur Aktionswoche gegen das Abschiebegefängnis in Darmstadt

Die hessische Landesregierung plant für 2018 den Bau eines Abschiebegefängnisses in Darmstadt Eberstadt. Nach der Beteiligung an den bundesweiten Abschiebungen unter anderem nach Afghanistan über den Frankfurter Flughafen, bei der Kinder aus Schulen geholt und in Gewahrsam genommen worden sind, wird damit die Asyl- und Migrationspolitik weiter verschärft.

All dies sei nach Meinung des hessischen Innenminister Beuth notwendig, um die „Akzeptanz in der Bevölkerung für die Aufnahme von Flüchtlingen zu erhalten“.
Das ist Unsinn! Wir stellen uns gegen diese fatale Analyse sowie deren menschenverachtende, manchmal tödliche politischen Konsequenzen und rufen euch auf, euch an der Aktionswoche gegen das Abschiebegefängnis Ende Januar in Darmstadt zu beteiligen.

Es ist keine Frage des Standortes

Dabei geht es uns nicht um den Ort Darmstadt, sondern darum, dass das Abschiebegefängnis Teil einer menschenverachtenden Politik ist. Eine Politik, die Menschen behandelt wie falsch zugestellte Pakete, sie nach Herkunft sortiert und in Kriegsgebiete, politische Verfolgung und oftmals in den sicheren Tod abschiebt.

Den Rechten nicht nachgeben: Weder auf der Straße, noch in den Parlamenten
Täglich werden Geflüchteten-Unterkünfte angegriffen und die AfD zog Ende September als drittstärkste Partei in den Bundestag ein. Zeitgleich wird die Migrations- und Asylpolitik massiv verschärft. Dies ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die vor Krieg, Hunger und ökologischen Katastrophen fliehen. Und erschwert das Engagement derjenigen, die für ein solidarisches Miteinander eintreten. Deshalb müssen wir umso vehementer an einer wirklichen Alternative arbeiten.

Community for all
Mehr denn je kommt es darauf an, dezentrale zivilgesellschaftliche Akteur*innen zu stärken, um der Isolation und Diskriminierung von Geflüchteten Einhalt zu gebieten. Wir brauchen Nachbar*innenschaften, die sich kennen und für einander eintreten. Unterstützungskreise, die sich gemeinsam für Bleibeperspektiven einsetzen. Menschen die sich zusammen mit jenen zu Wehr setzen, die von Abschiebung bedroht sind. „Community for all“ bedeutet für uns gemeinschaftlich eine selbstorganisierte Praxis zu entwerfen die alle Menschen einbezieht.
Konkret bedeutet das: Wenn Menschen inhaftiert und abgeschoben werden sollen, werden wir sie in unseren Wohnungen aufnehmen und vor der Abschiebung bewahren.

Aktionswoche im Januar
Während der Aktionswoche wird es einen ständigen Anlaufpunkt geben, wo es Informationen zu geplanten Aktionen und Veranstaltungen und Raum geben wird sich kennenzulernen, auszutauschen und selber aktiv zu werden. Um unseren Protest gemeinsam und vielfältig auf die Straße zu tragen rufen wir euch außerdem zur Demonstration unter dem Motto: „Community for all – solidarische Gemeinschaften statt Abschiebegefängnis!“ auf.

Flyerueberall