Archiv für Juni 2018

Mit dem Hubschrauber zum Flughafen – Aktivist*innen blockieren Abschiebung aus Abschiebegefängnis

Pressemitteilung: Mit dem Hubschrauber zum Flughafen – Aktivist*innen blockieren Abschiebung aus Abschiebegefängnis in Darmstadt am 22.06.2018
Darmstadt, 22.06.2018

Am frühen Freitagmorgen haben ca. 50 Aktivist*innen mit einer friedlichen Sitzblockade die Abschiebung von Berhe Gibdey Kebede nach Äthiopien blockiert. Behre droht in Äthiopien Haft und Folter. Die Sitzblockade vor der Einfahrt des Abschiebegefängnisses in Darmstadt-Eberstadt wurde von einem Großaufgebot der Polizei aufgelöst. Dabei wurden 50 Personen festgenommen. Währenddessen musste Behre mit einem Hubschrauber zum Frankfurter Flughafen gebracht werden, von wo aus er vermutlich nach Addis Abeba abgeschoben wurde.

Das Bündnis Community for all fordert das sofortige Ende aller Abschiebungen im besonderen aus dem Eberstädter Abschiebegefängnis und dessen umgehende Schließung.

„Die Verhinderung von Abschiebungen ist eine notwendige und legitime Form des Protestes gegen die zunehmende Kriminalisierung von Geflüchteten und deren Unterstützer*innen“, erklärt Petra Baumann vom Bündnis. Kris Hartmann, Stadtverordnete der LINKEN und Mitglied des Bündnisses, erklärt weiter: „In der öffentlichen Debatte wird der Eindruck erweckt, es handle sich um Schwerstverbrecher. Tatsächlich besteht das einzige Vergehen der in Eberstadt Inhaftierten darin, dass sie einen falschen Pass besitzen. Wir werden den Menschen beistehen, die als Opfer der aktuellen Asyl- und Migrationspolitik isoliert, ausgegrenzt und abgeschoben werden.“

Das Bündnis Community for all verurteilt den unverhältnismäßigen Großeinsatz der Polizei und die Kriminalisierung der Aktivist*innen. Alle Aktivist*innen wurden in einer Gefangenensammelstelle für bis zu 6 Stunden eingesperrt und dort Erkennungsdienstlich behandelt. „Hier wird ein Exempel statuiert. Die Polizei demonstriert mit einen völlig übertriebenen Polizeieinsatz Härte, macht sich lächerlich und diskreditiert damit jede Form von Protest und solidarischen Verhalten gegenüber Geflüchteten.“ so Petra Baumann vom Bündnis Community for all.

Am Frankfurter Flughafen wurden die Proteste derweil fortgesetzt. „Mit Hilfe von Flyern wurden zahlreiche Fluggäste und die Crew des Abschiebefluges darauf aufmerksam gemacht, dass Behre in Äthiopien Haft und Folter drohen“ erklärte Doro Köhler vom Bündnis Community for all. „Wir fordern die Passagiere und die Crew dazu auf, Behre beizustehen und den Flug abzubrechen.“

Behre lebt seit 6 Jahren in Deutschland, hat einen Abschluss in Physik, und ist sozial in Limburg eingebunden. Nach der ersten versuchten Abschiebung kam Behre wegen angeblicher Fluchtgefahr in Abschiebehaft nach Darmstadt-Eberstadt. Dort wurde er von Freund*innen und Unterstützer*innen isoliert.

Nachdem diese Woche zahlreiche Misshandlungen in der Eberstädter Abschiebehaftanstalt in Eberstadt bekannt wurden, setzt die Polizei die Kriminalisierung mit diesen Einsatz fort. Das Bündnis Community for all organisiert den Inhaftierten anwaltliche Unterstützung, damit die vorgebrachten Vorwürfe unabhängig untersucht werden und entsprechende personelle Konsequenzen nach sich ziehen. Das Bündnis fordert weiterhin die sofortige Schließung des Abschiebegefängnisses in Eberstadt.

Pressekontakt Bündnis Community for All:
Doro Köhler Telefon: 015771584164
Petra Baumann Telefon: 015785681890

Für eine politische Kehrtwende in der Asyl- und Migrationspolitik

Pressemitteilung: Bündnis fordert eine politische Kehrtwende in der Asyl- und Migrationspolitik

21.06.18

Die Polizei spricht sich in ihrer Pressemitteilung selbst von den Vorwürfen der systematischen Entrechtung und dem willkürlichen Umgang mit den Inhaftierten frei und stellt die Glaubhaftigkeit der Inhaftierten in Frage. In keinem essentiellen Punkt wird den aufgedeckten Missständen widersprochen, stattdessen rechtfertigt die Polizei die Vorfälle indem sie sie als Einzelfälle darstellt. Das Bündnis prüft nun juristische Schritte und organisiert den Inhaftierten anwaltliche Unterstützung, damit die vorgebrachten Vorwürfe entsprechende personelle Konsequenzen nach sich ziehen. Das Bündnis fordert indes die sofortige Schließung des Abschiebegefängnisses und der Lagerunterbringung, da diese Ausdruck einer menschenunwürdigen Politik sind und jederzeit eine systematische Entrechtung, Kriminalisierung und Gewalt gegenüber allen Betroffenen bedeuten – gerechtfertigt damit, dass sie den falschen Pass haben. Es braucht keine scheinheiligen Rechtfertigungen, sondern eine politische Kehrtwende in der Asyl- und Migrationspolitik.

Aus den regionalen Presse-Artikeln geht hervor, dass sich das Polizeipräsidium Südhessen mit einer ausführlichen Stellungnahme zu den Vorfällen im Abschiebegefängnis Darmstadt-Eberstadt geäußert hat. Darin spricht sie sich selbst von den Vorwürfen frei und zeigt so, dass sie die Kontrolle über die öffentliche Debatte um das Gefängnis nicht aus der Hand geben möchte, an einer unabhängigen Aufarbeitung nicht interessiert ist und das Gefängnis weiter als „Black-Box“ (hessischer Flüchtlingsrat) führen möchte.

Wie erwartet werden die Vorgänge im Abschiebegefängnis als Einzelfälle verklärt und somit der Blick auf die systematische Entrechtung und Gewalt in der Abschiebe-Maschinerie verstellt. Gerade weil wir von der Polizei in den konkreten und systematischen Vorwürfen keine unabhängige Aufarbeitung erwarten, war uns bewusst, dass wir die Vorfälle im Abschiebegefängnis öffentlich machen und somit die Debatte um eine sofortige Schließung anstoßen müssen.

„Das Polizeipräsidium Südhessen als verantwortliche Stelle für das Abschiebegefängnis ist für die politische Debatte um die systematische Entrechtung und Gewaltausübung gegenüber Geflüchteten allenfalls in juristischen Fragen für uns relevant.“ erklärt Petra Baumann vom Bündnis . „Eine unabhängige juristische Überprüfung ersetzt für uns aber nicht die politische Auseinandersetzung mit den Verantwortlichen für diese unmenschliche Politik der Ausgrenzung, Inhaftierung und Entrechtung von Geflüchteten und die Arbeit an praktischen Alternativen zu diesem Horror.“ ergänzt Doro Köhler

Deutlich wird was „Normales Leben minus Freiheit“ im Zweifelsfall bedeutet: Fordert jemand seine Freiheit ein, wird mit Gewalt reagiert. Wie weit der Diskurs bereits nach rechts gerückt worden ist, zeigt welches Gewicht den Aussagen der Betroffenen in Haft geschenkt werden und wie die hate-speakers im Netz sich über unsere Veröffentlichungen hermachen.

„Eine Asyl- und Migrationspolitik, die auf die rassitischen hate-speaker und Trolle in den Kommentarspalten ausgerichtet wird und versucht, die AfD-Wähler*innen durch einen rechten Sicherheitsdiskurs einzufangen ist mehr als gefährlich“ erklärt Baumann. „Wir werden den Menschen beistehen, die als Opfer dieser Politik isoliert, ausgegrenzt und abgeschoben werden.“

Eine Inhaftierung bedeutet Freiheitsentzug. Begriffsveränderungen wie „andere Freiheiten“ oder „Normales Leben minus Freiheit“ suggerieren Freiheit, wo keine ist.

Doro Köhler vom Bündnis erwidert auf die Ausführungen vom 19.6.2018 der Polizei :“Es ist zynisch im Kontext von Haft von Freiheit oder normalem Leben zu sprechen. Zumal die von der Polizei genannten Möglichkeiten, sich frei innerhalb der Wohngemeinschaft zu bewegen an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten ist, bedenkt man, dass dort Menschen über mehrere Monate auf engstem Raum auf ihre Abschiebung warten müssen.“

Laut Polizei gibt es die Möglichkeit „grundsätzlich mehrmals täglich Hof oder Sportraum bzw. Freizeitbereich“ zu besuchen. Dem widersprechen mindestens 3 Inhaftierte einstimmig: Manchmal darf man eine Stunde raus, manchmal mehrere Stunden, manchmal gar nicht. „Auch wenn die grundsätzliche Möglichkeit von Hof- und Sportzeiten geregelt ist. Das Wachpersonal agiert offensichtlich willkürlich und setzt dies als Druckmittel gegen die Inhaftierten ein.“ so Doro Köhler.

Uns sind von mindestens drei Übergriffen mit Schlagstockeinsatz berichtet worden – eine unabhängige Kontrolle des Wachdienstes ist im Konzept des Abschiebegefängnisses nicht vorgesehen.

„Entweder hat das Polizeipräsidium Südhessen selbst den Überblick über die Vorfälle im Abschiebegefängnis verloren, oder die überzogenen Übergriffe werden bewusst nicht erfasst.“ so Baumann

Unabhängig davon, dass jeder Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray ein Einsatz zu viel ist, war dieser konkrete Einsatz selbst in polizeilicher Logik falsch. Berichten zufolge wurde dem Betroffenen von vorn auf Schienbein und Knie geschlagen, was in solchen Situationen nicht den Vorschriften entspricht. Auf die Missstände in der gesundheitlichen Versorgung reagiert das Polizeipräsidium mit einem abenteuerlichen Vorwurf der Inszenierung. Das zeigt wie abgestumpft Politik und Vollzugsbehörden Geflüchtete behandeln.

„Symptomverschlechterung in Abschiebehaft ist häufig Ausdruck starker psychischer Belastung– Diagnostizierte Herzprobleme, Bandscheibenvorfälle oder psychosomatische Krankheitsbilder bedürfen einer fachärztlichen Behandlung. Abwarten bis eine Einweisung in das Krankenhaus erfolgen muss ist kein menschenwürdiger Umgang“ fasst Baumann zusammen.

„Die gesundheitliche Betreuung ist ausschließlich auf eine Symtombehandlung ausgerichtet und wird mit minimalem Aufwand betrieben. Facharztbesuche werden mit dem Hinweis auf die baldige Ausreise versagt. In unseren Augen ist dies ein Versuch die Inhaftierten so schnell wie möglich abzuschieben, bevor eine notwendige Behandlung dies verzögern könnte.“ ergänzt Köhler abschließend.

Wir verweisen in diesem Kontext auf den Aufruf von medico international, den wir als Bündnis hervorheben wollen.

https://www.medico.de/solidaritaet-statt-heimat-17108/

Pressekontakt Bündnis Community for All:
Doro Köhler Telefon: 015771584164

Misshandlungen, Fixierungen, Isolationshaft; Alltag im Darmstädter Abschiebegefängnis

Pressemitteilung:

vom Bündnis Community for all, 19.06.2018

Recherchen des Bündnis decken brutale Misshandlungen von Inhaftierten auf, lebensnotwendige medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet. Umfassende Augenzeugenberichte konnten in den letzten zwei Monaten gesammelt werden. Sie belegen eine systematische Missachtung der Grundrechte von Inhaftierten.
Isolierungshaft, Schläge und Einschüchterung sind in dem Abschiebegefängnis an der Tagesordnung. Das Bündnis fordert die sofortige Schließung der Einrichtung und Konsequenzen für die politischen Verantwortlichen Innenminister Beuth und Polizeipräsident Lammel.

Uns erreicht am Wochenende der Hilferuf eines Inhaftierten, der dringend auf lebensnotwendige Herzmedikamente angewiesen ist – welche von den Vollzugsbeamten nicht zur Verfügung gestellt werden.
Ein anderer leidet offensichtlich an einer starken Hauterkrankung – in jeder Nacht ist sein Kopfkissen voller Blut – anstatt ihn medizinisch behandeln zu lassen, wird er aufgefordert jeden Morgen sein Kissen frisch zu beziehen!
Ein dritter muss mit einem Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus – und wird dort ans Bett gefesselt.

Die Menschen in Abschiebehaft wenden sich an uns mit der dringenden Bitte, ihre Situation zu veröffentlichen und sie nicht alleine zu lassen. Ohne die Kontrolle einer demokratischen Öffentlichkeit sind sie der Willkür schutzlos ausgeliefert. Wir fordern ein sofortiges Handeln!

Bereits bei der Inbetriebnahme des Abschiebegefängnis war kein ordnungsgemäßer Betrieb sichergestellt. Der politische Wille der Verantwortlichen den Betrieb aufzunehmen war offensichtlich so enorm, dass bereits vor der Fertigstellung der Infrastrukturmaßnahmen, einer Einarbeitung des Sozialdienstes sowie transparenter und unabhängiger Kontrollinstanzen erste Menschen inhaftiert worden sind.

„Der Betrieb wurde in Mitten einer Baustelle eröffnet. Für uns ist dieses Vorgehen absolut fahrlässig und zeigt, dass nicht nur in der Öffentlichen Debatte sondern auch im politische Handeln der Verantwortlichen an Menschlichkeit fehlt. Rechte von Geflüchteten werden mit Füßen getreten, Gesetzesverschärfungen durchgepeitscht. Das ganze hat System.“ erinnert sich Doro Köhler vom Bündnis.

Die Öffentlichkeit bewusst täuschend, betonte der verantwortliche Polizeipräsident Lammel, dass es sich bei den inhaftierten Menschen um Straftäter handeln würde. Auf eine Anfrage der Linksfraktion musste nun Innenminister Beuth den Zusammenhang zwischen Straftaten und Abschiebehaft ausräumen. Beuth räumte ein: Das Innenministerium erhebe keine Daten zu strafrechtlichen Verurteilungen, da „strafbares Verhalten keine Voraussetzung für die richterliche Anordnung von Abschiebehaft ist“. Damit sind die Aussagen von Polizeipräsident Lammel zwar der Unwahrheit überführt, dennoch wurde so die Öffentliche Debatte manipuliert und Protest diskreditiert.

„Die politische Manipulation der Öffentlichkeit darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Der Versuch geflüchtete Menschen pauschal in einen Zusammenhang mit Straftäter*innen zu setzen ist rassistisch und politisch gefährlich. Wer so agiert, macht sich zum geistigen Brandstifter.“ sagt Petra Baumann vom Bündnis.

Was zynisch als „normales Leben minus Freiheit“ bezeichnet wird, ist in der Realität für die Betroffenen von Abschiebehaft blanker Horror. Die Bedingungen in der Abschiebehaft sind scheinbar viel schlimmer als der Vollzug in herkömmlichen Justizvollzugsanstalten. Die unhaltbaren Zustände in Darmstadt offenbaren die unmenschliche Systematik der Abschiebemaschinerie.
Während öffentlich massiv Stimmung gegen Geflüchtete und Migrant*innen gemacht wird, werden sie ohne Verfahren auf Anordnung eingesperrt. Dies widerspricht jedem rechtsstaatlichen Grundverständnis. In dieser Situation der Entrechtung, der Isolation und fern ab jeder öffentlichen Kontrolle sind Übergriffe in der Haft bittere Realität. Dies wollen wir an Hand von Augenzeug*innen-Berichten und Interviews mit Inhaftierten an dieser Stelle dokumentieren.

- Das Personal geht mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Inhaftierte vor.
Kamal Abdel Satar aus Algerien: „Drei Polizisten haben zu dritt auf mich eingeschlagen, obwohl sie mich bereits festgehalten haben. Sie haben eine ganze Flasche Tränengas in meine Augen geleert und sich anschließend mit ihrem vollen Gewicht zu Boden gedrückt, während sie mit der flachen Hand meinen Mund und Nase festhielten. Einer der Polizisten hat aus dem Mund nach Alkohol gerochen. Danach haben sie mich in den Bunker gesteckt“ (

- Inhaftierte werden mit Beruhigungsmitteln ruhig gestellt. Es kommt zu Fixierung und Isolationshaft.
Murat Ürüc: „Der Arzt im Krankenhaus meinte ich soll so früh wie möglich operiert werden. Aber die Anstalt hat mir gesagt, das geht nicht und gibt mir stattdessen dreimal am Tag Ibuprofen 800 plus Tramadol und Magentabletten. Ich wurde hier ins Krankenhaus gebracht und vier Tage mit Fußfesseln im Bett gehalten.“

- Die Versorgung mit überlebensnotwendiger Medizin ist über das Wochenende nicht gewährleistet.
Adem Keles, , geboren in Alzenau, Hessen: „Ich bin Herzpatient und muss bestimmte Medikamente zu mir nehmen. Einige waren für mich tagelang nicht verfügbar, weshalb mein Bruder sie extra für mich beschaffen und herbringen musste. An einem Tag mussten sie mich ins Krankenhaus bringen. Ich habe mich geweigert die Nacht mit Fußfesseln zu schlafen, weil es mich stresst. Daraufhin wurde ich zurück in die Anstalt gebracht.“

- Die medizinische Betreuung ist vollkommen unzureichend.
Berhe Gibdey Kebede aus Äthiopien: „Der Arzt hier hat mir gesagt ich kann medizinische Behandlung für meine Hautkrankheit kriegen, wenn ich nach Hause komme. Sie erlauben mir nicht zu einem Facharzt zu gehen. Die Polizei hat mir gesagt ich soll täglich mein Kopfkissen wechseln(das dann voller Blut ist).“

- Die Bewegungsfreiheit ist begrenzt auf den Flur in den Wohngruppen mit jeweils 5 Menschen. Täglich erhalten die Inhaftierten nur einmal die Möglichkeit für 30 – 60 Minuten wahlweise in den Hof oder den Sportraum zu gehen. Diese Möglichkeit wird von dem Wachpersonal willkürlich beschnitten.
Adem Keles: „Es kommen auch Tage vor wo es keine Freistunde gibt. […] wir dürfen eine Stunde in den abgesperrten Hof. Das wars. Ansonsten heisst es 23 Stunden in seinen Wohngruppen aufhalten. Wir leben doch nicht im 19.Jahrhundert.“

- Gemeinsames Kochen ist nur auf Antrag möglich. Ansonsten ist eine ausgewogene Verpflegung für muslimisch gläubige Menschen nicht ausreichend gewährleistet. Die Einkaufsmöglichkeiten sind massiv beschränkt. Eine Nahrungsergänzung mit dem Taschengeld ist nicht möglich.
Adem Keles: „70 Prozent der in Gewahrsam gebrachten Menschen sind muslimischer Abstammung. Jeder achtet auf koscher ( helal ) Fleisch. Es gibt keine Möglichkeit koscher helal Fleisch zu kaufen beim Einkauf oder von der Einrichtung. Wir sind gezwungen wegen unserem Glauben uns als vegetarisch eintragen zu lassen damit wir unseren Glauben mit dem besten Willen weiter führen können.“

- Das Wach-Personal ist unfreundlich, völlig unzureichend ausgebildet und reagiert gereizt.

- Die Haftdauer beläuft sich mitunter auf bis zu zwei Monate.

- Der eingesetzte Sozialdienst ist überfordert und wird von den Inhaftierten Menschen gemieden.

- Es besteht kein Recht auf Rechtsberatung. Es gibt keinen gesicherten Zugang für Anwält*innen.

(Die von uns dokumentierten Vorwürfe sind durch Augenzeugenberichte, Foto- sowie Videoaufzeichnungen belegt. Diese Belege können auf Wunsch einzeln unter der Wahrung der Anonymität eingesehen werden.)

Der Leiter des Abschiebegefängnisses, Frank von der Au, hob beim ersten Pressetermin mit Innenminister Beuth am 27.04.2018 die vielen Annehmlichkeiten der Inhaftierten hervor – Wörter wie „Appartements“ und „Einzug“ wurden genannt.

„Der Öffentlichkeit wurde ein Konzept vorgestellt, dass Bewegungsfreiheit, Kommunikations-, Koch- und Sportmöglichkeiten für die Inhaftierten vorsieht. Unsere Recherchen stellen genau das Gegenteil davon fest. Die hessische schwarz-grüne Landesregierung versucht vor der Landtagswahl eine harte Linie zu fahren. Sie unterstützt damit die Linie im Bund, durch Entrechtung Schutzsuchender die Abschiebezahlen zu erhöhen und dabei jeden Funken Menschlichkeit außer Acht zu lassen. Zur Legitimation ihrer Politik stützen sie sich auf Unwahrheiten und Ablenkungsmanöver. Die Dokumentation der Situation in dem Abschiebegefängnis offenbart welche Gewalt hinter der Praxis der Inhaftierung und Abschottung steckt. Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle und Konsequenzen “, erklärt Doro Köhler vom Bündnis.

„Das Abschiebegefängnis ist Teil einer menschenverachtenden Politik. Die einzig richtige Konsequenz kann nur ein Ende dieser Politik sein: Schluss mit Spirale der Unmenschlichkeit“, schließt Baumann.

Das Bündnis Community for all – Solidarische Gemeinschaften statt Abschiebegefängnis hat sich Im Herbst 2017 gegründet, um gegen das erste hessische Abschiebegefängnis in Darmstadt und die dahinter liegenden Politik zu protestieren. In den vergangenen Monaten hat das Bündnis mehrere Demonstrationen organisiert und sich bundesweit vernetzt.

Pressekontakt Bündnis Community for All:

Doro Köhler Telefon: 015771584164

Petra Baumann Telefon: 015785681890

Pressemitteilung von Community for all und NAVDEM

Ein Tag ohne Abschiebung und Rüstungslogistik –

Der Aktionstag des Bündnis Comunity for all und NAVDEM war ein voller Erfolg. Viel mehr Menschen als erwartet haben heute in Darmstadt gegen den Zusammenhang deutscher Rüstungslogistik und der menschenverachtenden Abschiebepolitik demonstriert. Ab 10 Uhr vormittags wurde vor der Starkenburgkaserne eine Dauerkundgebung abgehalten Um 15 Uhr setzte sich ein entschlossener Demonstrationszug von dem Luisenplatz zur Dauerkundgebung an der Starkenburgkaserne in Bewegung. In Redebeiträgen wurde u.a von Vielbunt, Linkspartei, Geflüchteten-Initiativen sowie der Interventionistischen Linken und NAVDEM auf die menschenverachtende Politik hinter der deutschen Abschottungs- und Abschiebepolitik und dem völkerechtswiedrigen Krieg mit freundlicher Unterstützung durch deutsche Waffen und Kredite gegen die Kurd*innen in Afrin aufmerksam gemacht.

Front_Mai_18

Nachdem Ende März in Darmstadt-Eberstadt das hessische Abschiebegefängnis noch vor der Fertigstellung in Betrieb genommen wurde, sitzen dort mittlerweile 10 Menschen in Haft. Nach heftigen Protesten hat sich nun Innenminister Beuth bei seinem Besuch am letzten Freitag sichtlich bemüht, das Gefängnis in ein besseres Licht zu rücken in dem er von Appartements statt Zellen sprach. Ein Gefängnis bleibt ein Gefängnis. Eine Baustelle eine Baustelle. Daran lässt sich nichts schön reden!
In Darmstadt gibt es an dem Gefängnis von verschiedenen Seiten Kritik. So hat das Bündnis Community for All bereits in der Vergangenheit mehrere Demonstrationen organisiert und sich gegen Abschiebungen positioniert. Es wurde eine Inititative für Bürger*innenasyl ins Leben gerufen. Viele Aktionen haben in der Zeit stattgefunden.
Für den heutigen Tag hat das Bündnis, in dem sich neben Einzelpersonen, Linkspartei und Gewerkschaften, unter anderem die interventionistische Linke und das Oromo Refugee Movement zusammen organisieren, zu einem Tag ohne Abschiebungen und Rüstungslogistik aufgerufen. Unter dem Motto: Schluss mit Abschiebungen! Schluss mit Kriegs-Logistik! Community for All!“ hat das Bündnis zusammen mit dem kurdischen Verein NAVDEM vor der Starkenburgkaserne demonstriert.
„Wir haben unseren Protest heute laut und deutlich dorthin getragen, wo die Vorbereitungen für den Krieg beginnen und wo er für viele kein Ende findet – obwohl sie hier auf Sicherheit gehofft hatten“ fasst Doro Köhler, Sprecherin des Bündnis das Motto des Aktionstages zusammen. „Heute sind wir zudem an jenen Ort gegangen, an dem die Abschiebemaschinerie jeden Tag arbeitet.“

Demo_Mai18

Westlich des Darmstädter Hauptbahnhofs befindet sich in der Starkenburgkaserne ein Panzerwerk der Heeres-Instandsetzungs-Logistik, kurz HIL. Auf dem gleichen Gelände sind zudem besonders traumatisierte Geflüchtete in einer Außenstelle der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Das sog. „Michaelisdorf“ wurde als geschützte Einrichtung für besonders belastete Geflüchtete konzipiert. Über spezielle traumapädagogische und traumtherapeutische Konzepte sollte Menschen hier ein Ankommen ermöglicht und Sicherheit vermittelt werden.

„Hier werden für die Bundeswehr unter anderem Leopard II Panzer in Stand gesetzt, das gleiche Modell, welches die die türkische Armee im Krieg gegen Afrin einsetzt. Direkt nebenan sind unter anderem diejenigen untergebracht, die vor den Auswirkungen genau dieses Krieges flüchten. In der letzten Zeit finden hier fast täglich Abschiebungen statt. Das alles ist zynisch und ergibt eine mörderische Logik, damit muss Schluss sein!“ ergänzt Köhler.

Panzer_Mai18

„Uns geht es darum zu zeigen, dass wir an der Seite derer stehen, die in der täglichen Angst vor Abschiebungen leben und sich mit vielfältigen Mitteln dagegen zur Wehr setzen. Mit gemeinsamer Organisierung und solidarischen Strukturen der gegenseitigen Unterstützung und der Gegenwehr widersetzen wir uns der Abschiebemaschinerie.“
Gleichzeitig hat das Bündnis eine Dauerkundgebung mit Straßenfest vor den Toren von Kaserne und Erstaufnahme in der Michaelisstraße angemeldet. Um 15 Uhr startete dann die Demonstration unter dem Motto „Schluss mit Abschiebungen! Schluss mit Kriegs-Logistik! Community for All!“ am Luisenplatz starten und zog mit mehr Menschen als erwartet zur Dauerkundgebung mit Fest, wo es bis zum Abend ein umfangreiches Programm mit Musik, Essen und Redebeiträgen gab.

„Wir haben heute deutliche gemacht, dass wir um Bewegungsfreiheit und Bleiberecht kämpfen und gleichzeitig ein unmissverständliches Zeichen gegen den Krieg und seine Logistik setzen.“ und so Petra Baumann, Sprecherin des Bündnis „Community for all“ und Mitglied der Interventionistischen Linken. „Die kurdische Bewegung hat in Rojava ein Gesellschaftsmodell entwickelt das für uns ein Vorbild ist. Hier werden selbstverständlich Menschen aus allen anderen Gebieten Syriens aufgenommen und gemeinsam eine demokratische Selbstverwaltung aufgebaut. Wenn dieses Projekt angegriffen wird, ist das auch ein Angriff auf uns und das wofür wir stehen.“
Die kurdische Community organisiert seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei auf Afrin Demonstrationen und Kundgebungen in Darmstadt. Trotz der enormen Anstrengungen auf die menschenverachtende Politik der Türkei und den Krieg gegen Kurd*innen und das demokratische Gesellschaftsmodell in Rojava aufmerksam zu machen, nimmt die Darmstädter Öffentlichkeit zu wenig Notiz davon. Die Demonstration hat das Anliegen daran nachhaltig etwas zu ändern und den Zusammenhang zwischen Krieg und Repression gegen Kurd*innen in der Türkei und in Deutschland sowie der mörderischen Asyl- und Abschiebepolitik Deutschlands hervorzuheben.

„Die Türkei verfolgt ihre Kriegspolitik mit direkter Unterstützung der deutschen Bundesregierung. Es sind deutsche Waffen, deutsche Kredite und die politische Zurückhaltung der deutschen Regierung, die die Kriege der Türkei im Mittleren Osten erst möglich machen. Heute fahren deutsche Leopard2-Panzer von Rheinmetall und Mercedes-Unimogs der türkischen Armee durch die kurdische Stadt Afrin. Türkische Soldaten im Nordirak tragen deutsche G3-Gewehre von Heckler&Koch. Als Kurdinnen und Kurden in Deutschland, als Demokratinnen und Demokraten dieses Landes schämen wir uns für die Politik der deutschen Bundesregierung!.“ Hatice Pesmen, Sprecherin von Navdem Darmstadt.
Anstatt der türkischen Politik ernsthaft und entschlossen zu widersprechen, unterstützt Deutschland die Türkei mit Waffenlieferungen und setzt die Repression gegen die kurdische Community in Deutschland weiter fort. Symbolverbote, Hausdurchsuchungen und absurde Gerichtsprozesse sind in Deutschland an der Tagesordnung.
„Seit Monaten weisen wir immer wieder auf die Gefahren der deutsch-türkischen Annäherung hin. Erdogan und sein Regime in der Türkei fordern von der deutschen Bundesregierung alle Aktivitäten demokratischer Kurdinnen und Kurden, aber auch anderer oppositioneller Gruppen aus der Türkei zu unterbinden. Die deutsche Regierung folgt diesem Wunsch des türkischen Regimes. So werden Demonstrationen von Nav-Dem verboten, der Mezopotamya-Verlag wird durchsucht und Nav-Dem als „Ableger einer terroristischen Vereinigung“ verleumdet. Das jüngste Beispiel für die deutsch-türkische Repressionspolitik stellt die Razzia in unserem Verein in Hannover am 5. April dar. Dagegen wehren wir uns derzeit auf juristischem Weg.“ so Pesmen weiter.

Demo2_Mai18

Die Organisator*innen sind sich indes einig über den gelungen Tag und kündigen weitere gemeinsame Aktionen in Darmstadt an.
„Solange Menschen in Darmstadt rassitische Kontrollen über sich ergehen lassen müssen, inhaftiert und abgeschoben werden. Solange Deutschland sich an Kriegen und deren Rüstungslogistik beteiligt und davon profitiert. Solange Deutschland und die EU mit Diktatoren wie Erdogan fragwürdige Milliarden-Deals abschließt und damit den mörderischen Krieg gegen die Kurd*innen in Afrin möglich macht. So lange werden wir weiter zusammen die Zustände anprangern“ schließen alle drei Sprecher*innen.

Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung:

Bündnis Community for All:
Doro Köhler
Telefon: 015771584164
Nav-Dem Darmstadt:
Hatice Pesmen
Telefon: 015731337356
Interventionistische Linke Darmstadt:
Petra Baumann
Telefon: 015785681890

Schluss mit Abschiebungen! Schluss mit Kriegs-Logistik! Community for All!

Vor wenigen Wochen hat das hessische Abschiebegefängnis in Darmstadt-Eberstadt seinen Betrieb aufgenommen. Seit dem sind dort mehrere Menschen inhaftiert, alleine um sie abzuschieben. Polizei und Landesregierung nutzen das Gefängnis dazu, um Stimmung zu machen gegen sogenannte „kriminelle Ausländer“ und untergraben somit die Akzeptanz von Asylsuchenden in Deutschland und die Arbeit ihrer Unterstützer*innen. Sie verklären das Gefängnis zu einem Ort an dem Haft und Abschiebung „gerechte“ Strafe für Verbrecher*innen sei, doch im Gegenteil wurde das Gefängnis nur geschaffen, weil genau dies vom europäischen Gerichtshof als illegal erklärt wurde.

Als Bündnis „Community for all“ haben wir im Januar in Darmstadt mit hunderten Menschen gegen die gegenwärtige Abschiebepolitik und für eine solidarische Gesellschaft demonstriert, in der ein gutes Leben für Alle möglich ist, egal wo sie geboren sind.

Doch die Lage hat sich nicht gebessert. Im Gegenteil:

Nahezu täglich erreichen uns Nachrichten, dass unsere geflüchteten Freund*innen in den Darmstädter Unterkünften nachts aus ihren Betten geholt und abgeschoben werden. Tagsüber trauen sich viele nicht auf die Straßen, aus Angst vor rassistischen Polizeikontrollen.

Zeitgleich greift das NATO Mitglied Türkei völkerrechtswidrig die nord-syrischen Gebiete um Afrin an. Hier hat die kurdische Bewegung ein Gesellschaftsmodell entwickelt, in dem ein selbstbestimmtes und friedliches Miteinander verschiedener Nationalitäten und Religionen möglich ist und in dem hunderttausende Menschen Schutz vor den Schlächtern Assads und den islamistischen Banden gefunden haben. Das Kriegsmaterial Erdogans kommt aus Deutschland.

Beides hängt miteinander zusammen

Rüstungsexporte stürzen die gesamte Region von Mali bis Syrien ins Chaos und treiben die Menschen in die Flucht. Deutsche Waffenexporte und der schmutzige Deal mit der EU dienen Erdogan als Freibrief für seinen völkerrechtswidrigen Krieg und die Repressionen gegen Kurd*innen und andere Oppositionelle. Im Gegenzug schließt die Türkei die Fluchtrouten und macht für Europa die Drecksarbeit. Aus Deutschland wiederum werden die Menschen, die vor Krieg und Hunger geflohen sind, in Perspektivlosigkeit und Krieg abgeschoben.

Beides passiert in Darmstadt Tür an Tür

In der Starkenburgkaserne westlich des Bahnhofs läuft die tödliche Maschinerie bis jetzt unwidersprochen ab. Aus der Erstaufnahmeeinrichtung in der Michaelisstraße werden Menschen abgeschoben, während nebenan die Bundeswehr Leopard II Panzer in Stand setzt. Das gleiche Modell, dass die türkische Armee in Afrin einsetzt.

Das alles ergibt eine mörderische Logik!

Damit muss Schluss sein! Wir werden am 04. Mai 2018 klar machen, dass Kriegslogistik und Abschiebung miteinander zusammenhängen. Gemeinsam werden wir dort hin gehen wo Krieg beginnt und für viele kein Ende nimmt, vor die „Starkenburgkaserne“ und die Erstaufnahmeeinrichtung in der Michaelisstraße. Mit einem Fest werden wir unsere Solidarität mit den vor Krieg und Zerstörung geflohenen Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung zeigen und die Kriegslogistik stören.

Schluss mit Abschiebungen!
Schluss mit Waffenexporten!
Schluss mit den Angriffen auf Afrin!

Für eine solidarische Gesellschaft für alle: ohne Kriege, Flucht und Elend!

Mai18

Ab 10:00 Uhr:
Straßenfest vor den Toren von Erstaufnahme und Kaserne
(Michaelisstraße 35, 64293 Darmstadt)

15:00 Uhr:
Auftaktkundgebung der Demonstration:
„Schluss mit Abschiebungen! Schluss mit Kriegs-Logistik! Community for All!“
am Luisenplatz Darmstadt

17:00 Uhr:
Abschlusskundgebung und Fest mit Musik und Essen vor Kaserne und Erstaufnahme
(Michaelisstraße 35, 64293 Darmstadt)

18:30 Uhr:
Vortrag
Aktuelle Lage der demokratischen Konföderation Nordsyrien Rojava
im Nav-Dem Vereinsgebäude
(Staudingerstraße 7, 64293 Darmstadt)
https://www.facebook.com/events/127852184742084/?ti=cl

++ Call for Demonstration++

4th of may, 3 PM
Darmstadt Luisenplatz

Stop deportations!
Stop weapon export!
Stop the Turkish assault on Afrin!

Hello dear comrades, activists and supporters,

Almost every day dozens of refugees who kept in the Initial Reception Centre in Darmstadt Michaelis Street, are being deported. At the same, the next door is the place where German Armed Forces repairs the Leopard 2 tanks, with which the Turkish army has occupied Afrin and escalated the war in Syria.

This is the place where the war begins and is endless for many!
This must be over!

Therefore, on 4th of May 2018 together with you, we want to make clear that weapon export and deportation are interconnected. We would like to gather in front of the Starkenburg Barracks (Starkenburgkaserne) and the Initial Reception Centre (Erstaufnahmeeinrichtung) in Michaelis Street (Michaelisstraße) and celebrate with a festival to show our solidarity with the people, who fled from the war and destruction. We want to make it clear that the war starts right at our Doorsteps.

Come on 4 May to Darmstadt. There will be a rally with colourful program starting at 10 am in front of the Initial Reception Centre. From 3 pm our demonstration starts at Luisenplatz and then moves through Darmstadt to the rally area. We want to end the evening with many people, music, food and conversation.

For a solidary society for all: without wars, escape and misery!

See you in the streets!
Community for All!

https://www.facebook.com/commforall

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++ Eylem çağrısı +++

04. Saat 15:00
Darmstadt Luisenplatz

Sınır dışı etmeye son verin!
Silah ihracatlarına son verin!
Afrin’de ki saldırılara son verin!

Merhaba sevgili yoldaşlar, eylemciler ve destekçiler,

Her gün onlarca mülteci, Darmstadt, Michaelisstraße‘da bulunan
idari gözetimine alınıp, geri gönderme merkezlerinde tutulduktan sonra sınır dişi edilmekte. Ayni zamanda Türkiye‘nin Afrin‘e yönelik savaşı körüklediği ve silahlı kuvvetleri ile işgal ettiği operasyonda kullandığı Alman üretimi Leopard 2 adlı Panzer‘ın onarımı geri gönderme merkezinin yanında ki alanda gerçekleştirilmekte.

Bu adeta savaşın başlatıldığı alandır, bitirildiği değil ve artık bunun bir sonu gelmelı!

Bundan kaynaklı sizinle birlikte 4 Mayis günü, Savaş panzerlerinin ve sinir dişi edilmenin birbirinden bağımsız olmadığını dayanışma ile göstermek istiyoruz! Starkenburgkaserne ve daha sonra Geri gönderme merkezi olarak adlandırılan sinir dişi merkezi önünde dayanışma kutlanması gerçekleştirerek savaştan ve yıkımdan kaynaklı yaşam alanlarını terk etmek zorunda kalan ve şu an geri gönderme merkezlerinde bulunan Mültecilere sesimizi duyurup savaşın aslında uzağımızda değil yani başımızda, kapımızın önünde olduğunun çağrısını yapacağız.

Herkesi 4. Mayıs’ta Darmstadt’a bekliyoruz. Michaelisstraße da bulunan Gönderme Merkezinin önünde saat 10 da tüm gün sürecek olan basın açıklamamız ve bir Cadir olacaktır. Saat 15:00’dan sonra eylemimiz Luisenplatz alanından başlayıp kurmuş olduğumuz Cadirin önüne gelerek akşamında hep birlikte yemek, müzik ve sohbetlerimizle şenlendirmek istiyoruz.

https://www.facebook.com/commforall

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4 أيار الساعة 3 ظهراً
دارمشتاد – لويزن بلاتس
تحت عنوان :
إنهاء الترحيل القسري
إنهاء الحرب اللوجستية
إنهاء احتلال مدينة عفرين

أعزاؤنا الناشطين …
الترحيل القسري أصبح شبه يومي من “ مركز استقبال اللاجئين “ الواقع في مدينة دارمشتاد شارع MICHAELISSTRAßE وفي الوقت ذاته يقع بجانبها مركز دبابات ليوبارد 2 للجيش الألماني , الدبابات التي استخدمها الجيش التركي لأحتلال مدينة عفرين ليتم بذلك تصعيد الحرب على نطاق أوسع في سوريا .
هنا هو المكان الذي بدأ فيه الحرب وبالنسبة للكثير من الناس أصبح ذلك لا نهاية له . ينبغي أنهاء ذلك ..
لذلك نرغب مع حضرتكم في الرابع من أيار إثبات أن الحرب اللوجستية والترحيل القسري مرتبطان ببعضهم البعض .
نعتزم سويا الذهاب امام مركز استقبال اللاجئين والمجاورة لمركز الجيش الالماني ونعرب عن تضامننا مع الناس الفارين من ويلات الحرب والدمار ونبيّن أن الحرب بدأت من هنا مباشرة على أعتاب الباب .
لأجل مجتمع متضامن للجميع : من دون حروب والبؤس والهروب .
سوف يكون هناك مظاهرة احتجاجية أمام مركز استقبال اللاجئين ابتداءاً من الساعة العاشرة صباحاُ مع نشاطات متنوعة . الساعة الثالثة ظهرا ً تبدأ مظاهرة في ساحة لويزن بلاتس متوجه الى التجمع امام مركز استقبال اللاجئين في شارع MICHAELISSTRAßE .
مساءاً يختتم مع الموسقى والطعام والمناقشات المشتركة .
مجتمع للجميع .

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